„Es ist eine Daueraufgabe. Das, was wir haben, ist gut, aber es muss weitergehen.“ Mit dieser Einstellung trifft Dr. Oliver Schmidt den Nerv vieler Ehrenamtlichen, die Denkmäler bewahren und mit Leben füllen. Der Vorsitzende des Netzwerks „Wasser-Eisen-Land – Industriekultur in Südwestfalen e.V.“ (WEL) gab im Juli bei der Regionalkonferenz Kultur & Tourismus im Märkischen Sauerland viele Impulse in die Runde.
Man traf sich in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn. Thema war die touristische Weiterentwicklung der Industriekultur und die Rolle, die unsere Denkmäler dabei spielen. In der Einladung hieß es: „Industriekultur ist im Märkischen Sauerland nicht nur Geschichte. Sie ist Herkunft, Identität und Zukunft zugleich. Unsere technischen Kulturdenkmäler erzählen von Erfindergeist, Handwerk, Unternehmertum und der Kraft einer Region, die bis heute eine der stärksten Industrieregionen Deutschlands ist. Genau darin liegt ein touristisches Potenzial, das wir künftig noch sichtbarer machen möchten.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir Ideen entwickeln, Perspektiven schärfen und konkrete Ansätze für die touristische Arbeit rund um die Industriekultur im Märkischen Sauerland und über dessen Grenzen hinaus erarbeiten.“
Spannende Themen! Natürlich war unser Förderverein dabei und diskutierte mit bei Fragen wie: „Was treibt uns an, was macht unsere Denkmäler besonders, was macht Freude, was Kummer?“ Es wurde ein lockerer Austausch, der zeigte: Andere stehen vor ähnlichen Herausforderungen, und sie haben durchaus hilfreiche Antworten. Durch solche Veranstaltungen wächst unser Netzwerk weiter.
Auch der „wichtigste Rohstoff der Region – der Kopf!“ kam zum Einsatz. Kreatives, innovatives Denken habe Südwestfalens Industrie schon immer vorangetrieben, hieß es. Also wurde die Runde selbst kreativ, und löste gruppenweise spielerisch die Aufgabe: „Was stellen wir für unser Denkmal ins Schaufenster?“ Womit kann man vor Ort punkten, was macht uns einzigartig und beachtenswert?

Das haben wir für den Bremecker Hammer ins Schaufenster gestellt: Davor wartet eine bunte Besucherschlange auf Einlass ins Hammergebäude. Weitere Besucher kommen gerade im Auto über die neue Autobahnbrücke. Automobilindustrie und Architektur – beides gründet letztlich auf der innovativen Weiterentwicklung der Metallverarbeitung in der Region, deren Keimzelle die Hämmer waren. Die Drahtrolle symbolisiert das ebenfalls. Ein beweglicher Hammer (rechts) steht für Aktivität; ringsum sind Ehrenamtler im Einsatz. Oben rechts auf dem Rahmen: die drei Farben aus dem WEL-Logo – Blau (Wasser), Rot (Eisen), Grün (Land). Links liegt das simple Werkzeug für Kreativität, das – wie unsere Denkmäler selbst – auch im Internet-Zeitalter nichts von seinem Nutzen, seiner Faszination und seinen unendlichen Möglichkeiten verloren hat: Malstifte.
Weil unter anderem auch Torsten Schulze dabei war, der Geschäftsführer der Lüdenscheider Phänomenta, lautete unser gemeinsames Fazit dieses interessanten Tages: „Phänomenta und Bremecker Hammer eint, die Dinge kreativ in Bewegung zu bringen.“ Auch Tourismus profitiert von Netzwerken, von einem verbindenden roten Faden: „Die Menschen machen aus vielem ein Erlebnis, aber es geht auch ums Verstehen.“
Der Märkische Kreis hat inzwischen die Industriekultur als touristisches Leitbild aufgenommen. Nun ist es auch eine Aufgabe des Ehrenamtes, nicht nur Wow-Effekte zu inszenieren, sondern Geschichten aus der alten Arbeitswelt zu erzählen, von den Menschen, den Emotionen.
Das WEL ist die Dachmarke der industriekulturellen Denkmäler der Region.