
BKT-Technikerklasse hochmotiviert bei der Sache
„Wo Handwerk, Schule und Ehrenamt zusammenarbeiten, bleibt Industriegeschichte lebendig.“ – Unter diesem Motto hat der BKT-Pädagoge Alexander Radday erstmals eine Denkmal-Projektwoche ausgearbeitet und organisiert. Im Juli, kurz vor den Sommerferien, haben 19 Schüler der Fachschule für Technik am Berufskolleg für Technik (BKT) des Märkischen Kreises in Lüdenscheid einen beispielhaften Einsatz gezeigt.
Die jungen Fachkräfte absolvieren einen Weiterbildungsstudiengang zum Techniker. An vier schweißtreibenden Tagen haben sie im Außenbereich zwei Schütze, eine Metallbügelsäge und eine Handspindelpresse gangbar gemacht, morsche Holzteile ersetzt sowie die Holztür der Versorgungstechnik gestrichen. Und weil es sehr befriedigend war, Erfolge zu sehen, haben sie auch noch den gepflasterten Vorhof von altem Wurzelwerk und frischem Unkraut befreit. Zur großen Freude des Fördervereins: „So schön sah es hier zuletzt bei der Eröffnung aus.“

Dass das BKT im Rahmen seiner Projektwoche den Erhalt des Industriedenkmals auf diese Weise gezielt unterstützt hat, ist eine immense Hilfe und ein großartiges Zeichen. Den jungen Leuten hat ihr Einsatz sichtlich Freude gemacht; auf die Ergebnisse können sie sehr stolz sein, und vor allem motiviert ihr Einsatz auch die Mitglieder des Fördervereins enorm. Zudem hat sich die Technikerklasse selbst um Sponsoren und Unterstützer gekümmert. Am Ende fand sie sogar mit der Firma Meuser in Brügge eine Fachfirma, die die Spindelpresse professionell pulverbeschichtete. In einem wieder aktiven Hammer kann man nicht nur ihre Funktionsweise zeigen, sondern zugleich Souvenirs herstellen. Herzlichen Dank auch dafür.
Alexander Radday zieht ein sehr positives Fazit der Projektwoche und will das gerne wiederholen: „Die hohe Motivation resultierte sicherlich auch aus der Sinnhaftigkeit ihrer Aufgabe und dem Gefühl, mit dem eigenen Können etwas Gutes für die Region bewirken zu können.“

Unsere Bilder können nur einen kleinen Eindruck von dieser arbeitsintensiven Woche vermitteln. Auch Besucher machten sich ein Bild vor Ort: Dr. Oliver Schmidt (Vorsitzender des Vereins Wasser-Eisen-Land) nutzte die Hammer-Kulisse noch eben für einen kurzen Instagram-Auftritt. Und Markus Märtens (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, im hellen Hemd) sprach mit Alexander Radday (links) und Rüdiger Rohmann (Untere Denkmalbehörde).

Die Kreishandwerkerschaft ist aus Sicht des Fördervereins die DNA des Netzwerks, versteht sich das Industriedenkmal doch als Keimzelle für technischen Fortschritt und Innovation des Metallhandwerks in der Region. Markus Märtens ist offen für viele Ideen – es passt, und wir sind gespannt wie wir gemeinsam mit dem Handwerk den Hammer auch als identitätsstiftendes Industriedenkmal mit neuem Leben füllen können. Zum Abschluss gab’s für die Organisatoren noch ein kleines Dankeschön, gesponsert vom Wasser-Eisen-Land: Der Dachverein lässt aus alten Ferromone-Veranstaltungsbannern unterschiedliche Taschen nähen. Die Unikate entstehen in einer Werkstatt der Lebenshilfe Bruchsal. Motto: „Kultur trifft Nachhaltigkeit“. Und das mit praktischen Nutzen.
„Es ist eine Daueraufgabe. Das, was wir haben, ist gut, aber es muss weitergehen.“ Mit dieser Einstellung trifft Dr. Oliver Schmidt den Nerv vieler Ehrenamtlichen, die Denkmäler bewahren und mit Leben füllen. Der Vorsitzende des Netzwerks „Wasser-Eisen-Land – Industriekultur in Südwestfalen e.V.“ (WEL) gab im Juli bei der Regionalkonferenz Kultur & Tourismus im Märkischen Sauerland viele Impulse in die Runde.
Man traf sich in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn. Thema war die touristische Weiterentwicklung der Industriekultur und die Rolle, die unsere Denkmäler dabei spielen. In der Einladung hieß es: „Industriekultur ist im Märkischen Sauerland nicht nur Geschichte. Sie ist Herkunft, Identität und Zukunft zugleich. Unsere technischen Kulturdenkmäler erzählen von Erfindergeist, Handwerk, Unternehmertum und der Kraft einer Region, die bis heute eine der stärksten Industrieregionen Deutschlands ist. Genau darin liegt ein touristisches Potenzial, das wir künftig noch sichtbarer machen möchten.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir Ideen entwickeln, Perspektiven schärfen und konkrete Ansätze für die touristische Arbeit rund um die Industriekultur im Märkischen Sauerland und über dessen Grenzen hinaus erarbeiten.“
Spannende Themen! Natürlich war unser Förderverein dabei und diskutierte mit bei Fragen wie: „Was treibt uns an, was macht unsere Denkmäler besonders, was macht Freude, was Kummer?“ Es wurde ein lockerer Austausch, der zeigte: Andere stehen vor ähnlichen Herausforderungen, und sie haben durchaus hilfreiche Antworten. Durch solche Veranstaltungen wächst unser Netzwerk weiter.
Auch der „wichtigste Rohstoff der Region – der Kopf!“ kam zum Einsatz. Kreatives, innovatives Denken habe Südwestfalens Industrie schon immer vorangetrieben, hieß es. Also wurde die Runde selbst kreativ, und löste gruppenweise spielerisch die Aufgabe: „Was stellen wir für unser Denkmal ins Schaufenster?“ Womit kann man vor Ort punkten, was macht uns einzigartig und beachtenswert?

Das haben wir für den Bremecker Hammer ins Schaufenster gestellt: Davor wartet eine bunte Besucherschlange auf Einlass ins Hammergebäude. Weitere Besucher kommen gerade im Auto über die neue Autobahnbrücke. Automobilindustrie und Architektur – beides gründet letztlich auf der innovativen Weiterentwicklung der Metallverarbeitung in der Region, deren Keimzelle die Hämmer waren. Die Drahtrolle symbolisiert das ebenfalls. Ein beweglicher Hammer (rechts) steht für Aktivität; ringsum sind Ehrenamtler im Einsatz. Oben rechts auf dem Rahmen: die drei Farben aus dem WEL-Logo – Blau (Wasser), Rot (Eisen), Grün (Land). Links liegt das simple Werkzeug für Kreativität, das – wie unsere Denkmäler selbst – auch im Internet-Zeitalter nichts von seinem Nutzen, seiner Faszination und seinen unendlichen Möglichkeiten verloren hat: Malstifte.
Weil unter anderem auch Torsten Schulze dabei war, der Geschäftsführer der Lüdenscheider Phänomenta, lautete unser gemeinsames Fazit dieses interessanten Tages: „Phänomenta und Bremecker Hammer eint, die Dinge kreativ in Bewegung zu bringen.“ Auch Tourismus profitiert von Netzwerken, von einem verbindenden roten Faden: „Die Menschen machen aus vielem ein Erlebnis, aber es geht auch ums Verstehen.“
Der Märkische Kreis hat inzwischen die Industriekultur als touristisches Leitbild aufgenommen. Nun ist es auch eine Aufgabe des Ehrenamtes, nicht nur Wow-Effekte zu inszenieren, sondern Geschichten aus der alten Arbeitswelt zu erzählen, von den Menschen, den Emotionen.
Das WEL ist die Dachmarke der industriekulturellen Denkmäler der Region.
Unter 16 Projekten, hinter denen zum Teil sehr mitgliederstarke Vereine standen, belegten wir im Juni den 6. Platz von 15 und bekamen dafür 1000 Euro aus dem Stadtwerke-Fördertopf. Das war nur möglich dank einer täglichen Stimmabgabe von Stadtwerke-Kunden für unser Projekt. Herzlichen Dank dafür. Übrigens: Ab Platz 5 beträgt die Fördersumme 1500 Euro. Die gilt es beim Herbst-Anlauf zu knacken!
Unser Projekt: „Auch der Stärkste macht mal Pause“. Wir möchten gerne flexibel nutzbare Biertischgarnituren anschaffen. Die schweren Tische und Stühle, die wir noch haben, müssen aufgearbeitet werden und sind für größere Runden nicht geeignet.
Das Sponsoring-Motto „Miteinander stark“ passt wie die Faust aufs Auge auf unseren Einsatz für den Erhalt des Bremecker Hammers. Denn in dem Miteinander unterschiedlicher Kenntnisse und Möglichkeiten liegt unsere Stärke. So können wir ganz unterschiedliches Know-how nutzen – das hilft auch, um an mitunter etwas eingerosteten Stellschrauben zu drehen. Wir freuen uns sehr über dieses Zeichen der Unterstützung seitens der Stadtwerke Lüdenscheid. Vielen Dank!


Alle für einen: Bei der ganztägigen Großübung „Waterworld“ trainierten rund 200 Einsatzkräfte am 25. April den Hochwasser-Ernstfall am Bremecker Hammer. Sie übten gemeinsam den Bau eines Sandsack-Deiches zum Schutz des Gebäudes vor drohender Überflutung. Es war anstrengend, eine Herausforderung an Logistik, Koordination und Kommunikation. Der Förderverein hat sich vor allem um die Verpflegung gekümmert – eine gewisse Logistik-Übung auch für uns. Für die verdienten Ruhepausen zwischendurch waren die Mühlrad-Tische mit ihren neuen Sonnenschirmen ideal.

Unter der Regie des Bevölkerungsschutzes MK nahmen zahlreiche Feuerwehren teil (Lüdenscheid, Balve, Schalksmühle, Herscheid, Neuenrade, Plettenberg, Altena). Das Technische Hilfswerk brachte Deichbaukompetenz und schweres Gerät mit (THW-Ortsverbände Halver, Lüdenscheid, Iserlohn, Lünen, Waldbröl, Balve). Dazu kamen der Malteser Hilfsdienst (Werdohl, Lüdenscheid), Beobachter der DLRG sowie die Drohneneinheit MK (von der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde). Die Einsatzleitung Märkischer Kreis war als Stab im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum, und auch die Kreisleitstelle MK war eingebunden.
Erklärtes Ziel: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen zu stärken sowie Abläufe unter realistischen Bedingungen zu erproben und zu optimieren, kurzum: vorbereitet zu sein. Am Ende waren alle Beteiligten erschöpft, aber zufrieden.
Ergebnis für uns: Der Hammer ist eben im besten Sinne – selbst im Rahmen einer Notfallübung – „Einer für alle“!
